Der Spiegel
Ich blicke
In den verzerrten Spiegel,
will mich sehen, will mich finden.
Doch erblicke eine fette Kreatur
Ein Geschöpf von Hässlichkeit,
mit riesiger Masse,
die andere zu erdrücken vermag
Muss das Fett herunter hungern,
will nicht hässlich sein,
niemanden belasten
doch die Masse im Spiegel
wird nie verschwinden
Ich sehe ein armes Mädchen,
immer stark und niemals schwach
dass sich sehnlichst wünscht,
einmal nur schwach sein zu dürfen
so gerne würde sie gehalten werden,
niemanden tragen
einfach zu Boden sinken, und nicht mehr stark sein
und von starken Armen hochgezogen
dann wüsst sie das sie lebt
und noch kein Roboter ist
Ich blicke in die traurigen Augen
des hungernden Wesens hinter Glas
das so giert nach Liebe
die es nicht will
so gerne würd sie Liebe spüren
sich in ihr verlieren
doch würd sie sie zerstören
Vor mir steht ein Mensch,
der sich danach sehnt zu fliegen,
schwerelos und elfenzart
doch ein Walross hat keine Flügel.

Das Mädchen
es ist kalt,
selbst die Daunenjacke wärmt nicht mehr
auch hier im Cafe scheint die Luft zu gefriern.
Nur ein bisschen ausruhen von dem langen Laufen
Ein bisschen wärmen bevor es weiter geht...
Ein bisschen sitzen,
ihr ist so schwindelig
ein bisschen trinken, trinken hilft
ein bisschen beginnt sie zu träumen
träumt vom fliegen,
von der Schwerelosigkeit...
es wird schwarz und sogleich warm...
schwerelos schwebt der schlanke Körper
Losgelöst von allem Leiden
Hinauf in den Himmel, immer höher
Federleicht, den fernen Sternen entgegen
Die Wolken, flauschig weich und warm
Wunderbar darin zu versinken
So leicht, so schön...
Immer höher geht es hinauf,
immer wärmer, immer schöner
tragen sanft die Wolken
den leichten Körper
immer näher den Sternen entgegen...
liebliche Musik dringt leise an das Ohr
sie trägt sie in den Himmel empor
schwingende Töne verschmelzen mit den Wolken
verschmelzen mit ihr
sie sieht Regenbogen, glitzernde Farben,
und schwebt durch die Unendlichkeit
plötzlich ein Stoß, Lärm und grelles Licht
"schnell, ihr Herz schlägt nicht mehr!"
wieder wird es schwarz
sie taucht ein in die Unendlichkeit,
es gibt kein Zurück...